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Die Lust von Frau zu Frau |
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Madonna, die ein sehr ausgeprägtes Gespür für brisante gesellschaftliche Themen hat, sorgte bei den MTV-Awards damals für einen neuen Trend, der zur Bewegung wurde. Zusammen mit Britney Spears und Christina Aguilera hat sie mit ihrer erotischen Bühnenshow und der elektrisierenden Kussszene ganz offen ein Tabu-Thema zum Gesprächsthema Nummer 1 gemacht.
Dabei ist ganz klar, dass unsere drei Hetero-Diven mit ihrem charmanten Lesbenspiel den Männern nicht den Rücken kehren. Trotzdem weckt es die Frage: warum nicht?
Dabei sind lesbische Szenen eine der heiß begehrten Männerfantasien, die gerade dazu schreien, die Erotik der holden Weiblichkeit ihren freien Lauf zu lassen. Genau das zu tun, was Frau gefällt, ohne sich festlegen zu müssen, ob es jetzt moralisch verwerflich oder einfach sinnlich prickelnd ist.
Man lasse sich den Gedanken einfach nur einmal auf der Zunge zergehen, zu spüren, wie sanft die Hände sein können, oder wie geil es sein könnte, wenn genau die prickelnden Berührungen eintreffen, von denen nur Frauen etwas wissen können. Genau die Stellen finden, die einen direkt und ohne Umwege in den siebten Himmel beamen.
Die Leidenschaft und das Bekenntnis "Bi" zu sein, sind salonfähig geworden. Es öffnen sich immer neue Türchen, in denen es Frau heiß kalt erwischen kann und regelrecht herausfordert mutig und ausgelassen dieser Lust zu frönen.
Nicht umsonst gibt es in Kontaktanzeigen immer mehr Frauen, die sich als "Bi" kennzeichnen, auch in Swingerclubs ist ein kuschelndes Frauenpärchen keine Attraktion mehr, die "Mann" nur alle 100 Jahre begutachten darf.
Aber nicht nur in Swingerclubs kann man auf die Bi-Erotik treffen. In London wird die Lust aufs gleiche Geschlecht bei der "Rudegirls-Night" bereits regelmäßig gepflegt. Alle zwei Wochen wird in dem Club "Sahara Nights" hemmungslos, mit bisexuellen, lesbischen und heterosexuellen Frauen gefeiert. Auch die Hansestadt Hamburg hat durch die Gruppe "320" regelmäßige polysexuelle Partys im "Fundbureau".
Mark Baytor, Psychologe der Universität New York beschäftigt sich schon über 10 Jahre mit der Sexualität der Frau. "Wenn man bisexuell veranlagte Frauen kennen lernt, merkt man schnell, dass sie ihre Sexualität ganz anders ausleben, als wie es ein normal hetero sexuell veranlagter Mensch tut. Vom Knuddeln bis hin zu hemmungslosem Sex ist dort alles vertreten, wobei aber die Grenzen oft verwischen, besonders wenn Gefühle im Spiel sind.
Insgesamt kann man sagen, dass Frauen von Natur aus für beide Geschlechter offen sind, während Männer allein von der Evolution schon immer einen anderen Mann als "Rivalen" gesehen hatten, war es bei den Frauen anders, sie haben damals schon in kleinen Kreisen zusammengesessen und ihre Pflichten gemeinsam erledigt."
Die 27 jährige Britta lebt seit 5 Jahren mit ihrem Mann Dirk zusammen, doch ab und zu schmeißt Britta ihren Alltag hin und genießt die zweisamen Stunden mit ihrer Freundin Anke. "Wenn ich mich mit meiner Freundin Anke treffe, geht es mir mehr um Geborgenheit, es ist nicht der Sex, der im Vordergrund steht, sondern sie als Person.
Natürlich ist der Sex mit ihr ganz anders, als das was ich mit meinem Mann mache. Wenn ich den Sex beschreiben müsste, würde ich sagen, dass er mit Anke sinnlicher ist. Er berührt Emotionen, und jede Berührung geht tief unter die Haut. Bei meinem Mann Dirk ist der Sex ebenfalls nicht schlecht, aber der Unterschied liegt wohl darin, dass er nicht so ausdauernd bei dem Verteilen von Streicheleinheiten sein kann. Die erste Zeit hatte Dirk ein richtiges Problem damit, dass ich neben ihn auch noch Anke hatte. Es hat lange gedauert, bis er das richtig akzeptieren und damit auch umgehen konnte. Er war damals sehr eifersüchtig und hatte sich viel Gedanken darüber gemacht, was im Bett falsch laufen könnte, das ich mir das bei einer Frau holen muss. Es war für ihn ein längerer Lernprozess, den er durchmachen musste, um zu begreifen, dass Anke keine Konkurrenz für ihn ist und dass es einfach nur das Gefühl ist, was ich suchte und in Anke gefunden hatte.
Mittlerweile kann er mit meiner Doppelbeziehung sehr gut umgehen. Nur zu dritt würde er wahrscheinlich sehr abblocken, da er immer noch denkt, Sex wäre nur etwas für zwei Personen und nicht für drei. Das wäre noch ein Wunsch gewesen, den ich liebend gerne einmal ausgelebt hätte, selbst Anke hätte nichts dagegen gehabt. Allerdings akzeptiere ich auch seine Meinung, schließlich sollte es jedem Spaß machen, was im Bett gemacht wird. Und wenn er dabei keine Lust empfindet, bleibt mein kleiner Traum halt noch eine Weile in der Schublade."
Die 32 jährige Adriane aus Essen hat ihre Traumfrau per Zufall auf der Arbeit kennen gelernt.
"Ich arbeite als Bürokauffrau in einem größeren Unternehmen und wurde vor ca. vier Monaten in eine andere Abteilung versetzt, weil eine Kollegin in Babyurlaub gegangen ist. In dem Großraum Büro hab ich dann Elke kennen gelernt, die den gleichen Bereich wie ich bearbeitet. Nach zwei oder drei Tagen hab ich ein richtiges Kribbeln gespürt, wenn ich in ihrer Nähe war. Sie hat mich fasziniert. Zuerst sind wir ab und zu in der Mittagspause einen Salat essen gegangen oder haben uns nach Feierabend in einer Kneipe getroffen. Tja und irgendwann ist es passiert, dass wir uns nicht nur auf die Wange geküsst hatten, sondern auf den Mund. Ich hatte immer geglaubt nur hetero zu sein, aber das ich Bi bin, darauf wäre ich nie gekommen.
Es war schon ein komisches Gefühl zu merken, dass man nicht nur auf Männer steht. Ich hab mich gefühlt, wie ein Teenie in der Pubertät der nicht weiß, wie er mit seiner Sexualität umgehen soll. Die ersten Abende mit Elke waren für mich sehr schwierig. Ich wusste nicht, wie ich sie anfassen sollte, oder gar küssen. Ständig waren da Gedanken, ob ich alles richtig mache oder nicht. Bis wir dann unser erstes offenes Gespräch über Sex hatten. Es war ein Samstagabend, wir hatten uns nette Videofilme ausgesucht, und beide kuschelten wir uns ins Sofa. Elke streichelte mir den Rücken und den Hals und wir begannen einfach, über unsere Wünsche zu reden. Ich erzählte ihr natürlich auch von meinen Hemmungen und das ich mich, wie ein durchgeknallter Teenie fühle. Wir haben bestimmt über vier Stunden geredet. Das hätte ich bei meinen Ex-Männern nicht machen können. Das ist das Schöne an dieser Beziehung, diese Gefühle und diese Offenheit."
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